Heutiges Datum
28. Mai 2020

Achtung ?!



Radikalisierung in politischer oder religiöser Ausprägung – Dieses Themas nahm sich das Johannes-Kepler-Gymnasium unter Leitung von Sieglinde Curio im Rahmen eines Maßnahmenpakets bestehend aus einem theaterpädagogischen Projekt, einem Elternabend und einer Informationsveranstaltung für Lehrkräfte an.
Geplant und durchgeführt wird das Projekt „ACHTUNG?!“ vom Kompetenzzentrum gegen Extremismus in Baden-Württemberg (konex) und nach Erlass des Ministeriums für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg koordiniert, wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Namenhafte Partner wie das Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg und die Landespolizeipräsidium, Referat 32 begleiten das Projekt. Ziel ist es, Jugendliche in Zeiten der Polarisierung auf Gefahren, die von extremistischen Organisationen ausgehen, aufmerksam zu machen. Erfahrungsgemäß zeigen sich besonders junge Menschen empfänglich für die Ideologien extremistischer Organisationen. Das Projekt „Achtung?!“ sollte informieren und sensibilisieren.




Das Kernstück bildete ein Projekttag für die Klassenstufe Neun, bestehend aus einem Theaterstück und einem anschließenden Reflexionsgespräch. Zwei SchauspielerInnen des Theaters Q-Rage ließen die Schülerinnen und Schüler an dem Alltag, den Problemen und Gedanken von Lina und Yarik teilhaben, zwei Jugendlichen, die beide nach Orientierung suchen. Lina muss nach einem Umzug neue Freundschaften schließen, Tarik sucht nach Stress mit seinen Eltern Zuflucht in der Moschee. Während Lina über ihren neuen Freund Tom Anschluss im rechtsextremen Milieu findet, radikalisiert sich Tarik im islamistischen Umfeld.
Als Tarik seine Mutter anschreit, sie solle sich auf den Haushalt und ihre gottgegebene Rolle als Frau beschränken oder als Lina und Tarik sich bei einem Treffen gegenseitig als „Nazi-Schlampe“ und „Bombenleger“ beschimpfen, gingen zuerst ein Raunen und dann erstaunte Ausrufe durch die Reihen der Neuntklässler. Im anschließenden Gespräch mit MitarbeiterInnen der Landeszentrale für politische Bildung äußerten die Jugendlichen, dass die im Stück eingebauten Unterbrechungen hilfreich gewesen seien, um die Motive, Veränderungen und Radikalisierung der beiden Figuren nachvollziehen zu können.



Mit Hilfe der Aufklärung von Eltern und Lehrkräften durch Anne Catherine Hausch-Häcker von der Reutlinger Polizei und dem intensiven Austausch der Neuntklässlerinnen und Neuntklässler zum Thema Extremismus möchten wir am Kepi einen Beitrag dazu leisten, extremistische Tendenzen zu erkennen, um Anfälligkeiten zu wissen und eingreifen zu können, wenn jemand Gefahr läuft, sich einer extremistischen Gruppierung anzuschließen.

Bericht, Fotos: Frau Hammer